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Aluminiumschrott – der Newcomer unter den Metallen

Im Verhältnis zu den „uralten“ Metallen der Menschheit, dem Eisen und Kupfer sowie deren verschiedenen Legierungen, ist Aluminium fast noch ein Kleinkind.

Entdeckt oder erstmals vermutet wurde es im Jahre 1754, denn Aluminium liegt weder gediegen noch als Erz oder Kristall vor. Obwohl es in der Erdkruste das häufigste Metall ist und als Element an dritter Stelle hinter Sauerstoff und Silicium steht, ist es zunächst nur als chemische Verbindung vorhanden. Dementsprechend war die Entdeckung des Metalls Aluminium zuerst davon abhängig, das entsprechende physikalische Kenntnisse zu chemischen Verbindungen vorhanden waren und wie diese aufzutrennen und zu klassifizieren sind. Im Jahr 1754 synthetisierte der deutsche Chemiker Sigismund Markgraf aus dem Doppelsalz Alaune erstmals reine Tonerde, ohne jedoch zu Wissen, das er den Grundstoff für Aluminium hergestellt hatte. Erst 28 Jahre später kam dem französischen Chemiker Lavoisier der Gedanke, dass in der Tonerde ein neues, noch nicht entdecktes Element enthalten sein könnte. Der Engländer Davy, ebenfalls auf der Suche nach dem neuen Element, gab ihm 1807 den Namen Aluminium. Noch einmal 20 Jahre später gelang es dann dem Frankfurter Chemiker Friedrich Wöhler, reines Aluminium herzustellen. Es sollte aber noch weitere 72 Jahre dauern, bis Carl Josef Bayer ein Verfahren entwickelte, das es ermöglichte Aluminium in großtechnischen Verfahren aus Bauxit zu gewinnen.

Aluminium liegt der Menschheit dementsprechend erst seit rund 118 Jahren vor. Kupfer ist den Menschen seit gut 8000 Jahren bekannt und Eisen seit etwa 4000 Jahren. Dafür hat Aluminium in der Anwendung geradezu blitzschnell aufgeholt. Das liegt unter anderem an den fantastischen Eigenschaften des Metalls. Extrem leicht, nicht rostend, dabei sehr gut elektrisch und Wärme leitend und mit einer Vielzahl anderer Metalle legierbar. Erst die letztere Eigenschaft, die Legierbarkeit, machte Aluminium zum Erfolgsmodell unter den Metallen. In Reinform ist Aluminium, umgangssprachlich ausgedrückt, zu nichts oder zu fast nichts zu gebrauchen. Erst in Verbindung mit den Metallen Kupfer, Mangan, Silicium, Magnesium, Zink und auch Lithium erhält es jeweils besondere Eigenschaften, die es sehr vielseitig werden lassen. Immerhin entstehen aus Aluminiumlegierungen genauso massive Motorblöcke wie ebenso hauchdünne Folien.

Aus entwicklungstechnischer Sicht kam das Aluminium genau zur richtigen Zeit und ergänzte oder ersetzte den Stahl in einigen Bereichen. So etwa im Fahrzeugbau, dem Bootsbau, dem Flugzeugbau, dem Bauwesen und im Maschinen- und Anlagenbau. Aluminium machte es möglich, zahlreiche Geräte leichter und damit tragbar zu gestalten, ohne dabei auf entsprechende Festigkeit verzichten zu müssen. Dazu kommt, das Aluminium grundsätzlich nicht rostet, hingegen Stahl entweder entsprechend legiert werden muss oder eine zusätzliche Schutzschicht benötigt. Aluminium ist ein hervorragender Leiter von Wärme und Elektrizität. Das Metall besitzt nach Silber, Kupfer sowie Gold die vierthöchste Leitfähigkeit. So werden etwa für Überlandleitungen Kabel aus Aluminium verwendet, die bei gleichem elektrischem Widerstand ein geringeres Gewicht als Kupferleitungen besitzen. Nicht zu vergessen ist das Aluminium, das in der Verpackungsindustrie eingesetzt wird. Aluminium ist luft- und lichtundurchlässig, womit es sich hervorragend als Verpackungsmaterial für entsprechende Lebensmittel eignet.

Ein weiterer Grund für den Einsatz bei Lebensmitteln ist die nachgewiesene Ungiftigkeit des Aluminiums. Hier ist ein Punkt erreicht, der in der Öffentlichkeit kritisch betrachtet wird. Teilweise wird Aluminium aufgrund seiner Spezifikation vorgeworfen, gesundheitsschädlich zu sein. Allerdings konnten die bisherigen Verdachtsmomente im Zusammenhang mit Erkrankungen, die angeblich durch Aluminium ausgelöst oder verstärkt wurden, nicht durch entsprechende Beweise belegt werden.

Aluminium findet seit etwa 70 Jahren eine breitere Anwendung in der Öffentlichkeit, sei es im Bauwesen, an Fahrzeugen oder in Haushalten. Entsprechend groß ist die Menge an Aluminiumschrott, der für die Wiederverwertung zur Verfügung steht. Fast wie Kupfer lässt sich Aluminium zu 100 % wieder verwenden, jedoch mit der Einschränkung, das die Vielzahl der Legierungen meist nur eine Beimischung bei der Herstellung neuen Aluminiums erlauben. Trotzdem liegt die weltweite Recyclingrate für Aluminium bei etwa 40 %. Während die Herstellung neuen Aluminiums sehr energie- und rohstoffaufwendig ist, benötigt das Recycling von Alu-Schrott nur etwa 10 % dieser Aufwendungen. Umgerechnet auf die weltweite Aluminiumherstellung ergeben sich hier sehr große Einsparungen bei Ressourcen und Energie. Altaluminium schmilzt bereits bei 660 Grad Celsius. Sicher ist dessen Verwendung nicht so breit gefächert wie das von neuem Reinaluminium. Die Palette der Gegenstände, die aus recyceltem Aluminium hergestellt werden können, ist jedoch so groß, dass sich das sehr gut ausgleicht. Etwa bei der Anfertigung von Kochgeschirr. Dank ihrer Wärmeleitfähigkeit eignen sich Kochtöpfe aus Aluminium zum Kochen oder Braten besser als Stahltöpfe und sparen Energie, da sich die Garzeiten verkürzen.

Im Schrottankauf beträgt der Aluminium Ankaufspreis aktuell etwa 70 Euro-Cent pro kg. Als Altmetall liegt das Material preislich damit noch vor dem Edelstahl, zumindest im Bereich Altmetallankauf. Die Preisgestaltung ist gerade bei Aluminiumschrott jedoch abhängig vom Nachweis der Legierung. Gerade Metall verarbeitende Betriebe können meist sehr gut den Nachweis führen, welche Alu-Legierung bei ihrem Schrott vorliegt. Dementsprechend lassen sich größere Mengen derselben Legierung gezielt zur Beimischung in der Aluschmelze einsetzen. Dies erlaubt wiederum den Einsatz größerer Mengen an recyceltem Aluminium, was sich deutlich auf die Herstellungskosten auswirkt und somit einen höheren Schrottpreis erlaubt.

 

Aluminiumschrott – Der Newcomer Unter Den Metallen
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